Update Lehrerproteste in Chiapas

Ich bin immer noch in Tuxtla Gutierrez, Chiapas. Mitten im Zentrum des Lehrer_innenprotests gegen die sogenannte Bildungsreform, welcher seit nunmehr 3 Monaten anhaelt. Im Zentrum von Tuxtla, direkt gegenueber dem Bildungsministerium befindet sich seit Beginn der Proteste ein Protestcamp, an dem sich mehrere Hundert Lehrkraefte aus Schulen der Region Tag und Nacht beteilige.
Mehrere Gewerkschaften, NGOs und andere Organisationen – darunter auch die zapatistische Befreiungsarmee EZLN – haben dazu aufgerufen, die Proteste zu unterstuetzen und die Rechnung geht auf: erst am Montag gab es im Zentrum eine Demonstration mit mehreren Zehntausend Teilnehmenden. Darueber hinaus gibt es taeglich anderweitige Protestaktionen, wie z.B. Blockaden von wichtigen Zufahrtsstrassen oder Besetzungen von Behoerden.
Trotz massiver Repression seitens der Regierung weichen die Protestierenden nicht zurueck.
Doch was wollen die Lehrenden eigentlich? Es geht um die Verhinderung einer sogenannten Bildungsreform, welche nichts anderes zum Ziel hat, als die stark gewerkschaftlich organisierten Lehrkraefte zu schwaechen, so umfasst die Reform u.A. ein neues Gesetz, welches besagt, dass Lehrkraefte bei dreimaligem unentschuldigtem Fehlen (z.B. Streik) fristlos entlassen werden koennen.
Darueber hinaus ist eine Evaluation des Unterrichts beabsichtigt, welche schon alleine deshalb absurd ist, weil u.A. die technische Ausstattung der Schulen gerade in den indigenen Gemeinden im Sueden wesentlich schlechter ist als die der Schulen im Norden des Landes.

Trotz Beginn des neuen Schuljahres trifft der Protest der Lehrenden bei vielen Eltern auf Verstaendnis. Die Regierung versucht, dem Ganzen mit einer Kampagne der Falschinformation beizukommen. Dessen konnte ich mich selber schon durch Blick in ein paar der grossen Tageszeitungen vergewissern, die teilweise nachweislich Geld dafuer erhalten, dass sie das abdrucken, was die Regierung gerne lesen moechte. Die Artikel ueber die Proteste nehmen deshalb teils absurde Formen an, da es sich um nichts Anderes als um pure Propaganda handelt.

Ich bin in diesem Moment im Protestcamp und habe mehrere Stunden mit einer Gruppe Lehrender aus den umliegenden indigenen Gemeinden gesprochen, um mir ein genaues Bild der Lage zu machen. So langsam habe ich einen Eindruck davon, was genau hier passiert und was die Rolle der Zapatisten dabei ist. Das ist mal wieder Material fuer weitere Blogeintraege, die ich in den naechsten Tagen liefern werde. Ausserdem stelle ich in den naechsten 24 Stunden eine Bildergalerie auf der fb-Seite „Viaje Zapatista – Eine zapatistische Reise“ online. Ihr duerft gespannt sein!

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